


Die Familiengeschichte der Gastgeber ist so verwunden wie die alten Walserwege.
1899 wanderte ein Urgroßvater aus, um dem harten Leben im Kleinwalsertal zu entkommen und sein Glück woanders zu suchen. Nach langer Wanderschaft fand er in Niederbayern einen Schatz – eine niederbayerische Brauereitochter, bekam mit ihr 7 Kinder und lebte mit ihr für den Rest seines Lebens glücklich dahin? Nicht ganz. 1922 wurde er überraschend in seine alte Heimat zurückgerufen, um ein Erbe anzutreten. Bis der alte Hausstand jedoch aufgelöst war und er sich mitsamt Frau und Kinderschar auf den beschwerlichen Weg gemacht hatte, war das Erbe längst veräußert. So blieb ihm bei der Rückkunft im Tal nichts anderes übrig, als mit seiner Familie in die Notunterkunft über dem Kuhstall, einen alten Heuboden, zu ziehen und noch einmal ganz von vorne zu beginnen.

Die Schaffenskraft und Ausdauer aller, einschließlich einiger Wilderer-Gene aus dem Südtiroler Zweig der Familie, haben letztlich doch dazu geführt, dass einer seiner Nachkommen, Malermeister Johann-Baptist Riezler mit Frau Margarethe (S'Ole), sich 1955 seinen Traum vom eigenen Gasthaus erfüllen konnte. Zahlreiche Malereien an den Wänden, traditionelle Walsermotive aus dem 17. und 18. Jahrhundert, zeugen heute noch vom künstlerischen Werken des Johann-Baptist. Inzwischen dienen bereits drei Generationen dem Wohlgefühl des Gastes: immer noch der Künstler und Gründer Johann-Baptist, seine Nachfolger Ulrike und Jodok und deren Sohn Jeremias.

Jodok und Ulrike haben 1985 die Walser Stuba übernommen. In den kommenden 20 Jahren wurde viel investiert. Viele nette Kleinigkeiten machen die Walser Stuba liebenswert. Authentizität statt Kitsch - das steht noch heute im Vordergrund. Die Tradition eines alten Walsergeschlechts lebt immer mit und soll sich mit dem Fortschritt ergänzen, aber nie ihre Wurzeln verlieren.
Ein alter Walser Spruch, der Leitspruch der Familie Riezler, bringt es genau auf den Punkt: Mir ehred des Alt' ond lobed des Nüü - ond bliibed önsch sälb ond d'r Heimat trüü!
Die hochdeutsche Version: Wir ehren das Alte und loben das Neue und schwören uns selbst und der Heimat ewige Treue.
Qualitätsbewusstsein und Heimatverbundenheit bestimmen seit jeher die Geschäftsphilosophie der Walser Stuba. Auch im 21. Jahrhundert, weshalb der Sprössling Jeremias 2001 nach Luzern auf die schweizerische Hotelfachschule geschickt und bestmöglich unterstützt wurde. Nach harter Studienzeit, kehrt er 2005 in den elterlichen Betrieb zurück und arbeitet seitdem mit Begeisterung an seinem heißgeliebten Herd im Herzen der Walser Stuba.

Im Jahr 2002 hat Jeremias seine Berufung als Koch gefunden. Ganze 5 Tage verbrachte er einst im Kindergarten, dann hatte er genug und wollte lieber wieder in die Küche der Walser Stuba. Fern blieb er diesem Lieblingsplatz nur während seiner Wanderjahre, die er unter anderem im Sterne gekrönten Landgasthaus Henze beim renommierten Küchenchef Frank Aldinger verbrachte, mit dem er sich heute noch leidenschaftlich kulinarische Koch-Duelle liefert.
Im Herbst 2004 haben sich Bettina und Jeremias kennen - und lieben gelernt. Im Mai 2009 folgt die Hochzeit der beiden leidenschaftlichen Hoteliers. Die Betriebsübergabe ist bis 2011 geplant.

Nach vier verliebten Jahren war es am 2. Mai soweit:
Jeremias & Bettina haben sich getraut, einander das Ja-Wort zu geben.
Die beiden sind hoch motiviert und erarbeiten mit Jodok und Ulrike die Betriebsübernahme bzw. -übergabe.
Die Zukunft der Walserstuba soll gemeinsam gestaltet werden ...
